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24.05.2008 von 14 - 18 Uhr
Maihofführung.
Woher stammt die Tomate ursprünglich?
Bio ist "Megatrend 2007"
Von Hans Bonneval.
Insgesamt ist das sicher ein gutes Zeichen, wenn Bild und Stern bezüglich biologisch erzeugter Nahrungsmittel von einem Megatrend sprechen, aber wie immer hat auch das seine Gefahren. Der Bio-Handel vor allem im Lebensmittelbereich boomt und daran können die Anders-Denkenden nicht vorbeisehen auch wenn sie es gern würden. Die Nachfrage durch den Handel scheint derzeit größer als die landwirtschaftliche Produktion.
Die Bild-Zeitung fragt skeptisch in einer Serie unter dem Titel "Ist Bio wirklich besser?" und bringt allerlei relativierende und abwiegelnde Einzelheiten, die das Fragezeichen stärken, und ebenso hält der Stern mit "Retten wir so die Welt?" auf der Titelseite dem Bio-Trend ein deutliches Fragezeichen entgegen. Das ist man wohl seinen unbiologischen Anzeigen-Kunden schuldig: Man macht für seine Leser mit bei dem Trend, aber man setzt das Fragezeichen, denn das Anzeigen-Geld kommt nicht von den Bio-Firmen sondern von den Anti-"Biologen". Und all das läuft unter dem Werbeslogan "Bild Dir Deine Meinung", der wohl eher als ein Beitrag für den Weltenhumor zu sehen ist. Auf jeden Fall versichert Deutschlands auflagenstärkste Zeitung, daß sie dem Leser alles liefern würde, was er über diesen neuen Megatrend wissen müsse. Und der Stern macht sich Sorgen, daß der Bio-Trend nicht ausreichen könnte, die Welt zu retten. Welch ein skurriles Ansinnen, und das bei einem Blatt, daß bisher alle Weltrettungs- Versuche schärfstens kritisierte und nichts anderes im Sinn hatte, als den beschlossenen Untergang genüßlich journalistisch auszuschlachten. Aber das müssen wir uns merken: Der Stern will neuerdings die Welt retten, na dann gute Nacht, hoffentlich gelingt es ihm nicht.
Nun konnte man sich ja wundern, wieso denn gleich zwei solcher Artikel innerhalb einer Woche in Deutschland erschienen. Sollte der Trend tatsächlich so stark geworden sein? Sonst gelang es doch auch, unliebsame Entwicklungen totzuschweigen. Doch Mitte Februar wurde das Geheimnis gelüftet: Greenpeace veröffentlicht eine große Studie zum Thema "Pestizide in Lebensmitteln". Das Resultat ist verheerend für den konventionellen Handel und Landbau und bringt die Bio-Produktion noch einmal richtig nach vorn. Die Studie kann jeder kostenlos erhalten. Unabhängig von dem betroffen- machenden Inhalt der Studie, finde ich es hoch interessant zu sehen, wie die nicht zu beweisenden Fäden hinter den Kulissen offenbar gespannt sind.
Wenn aber nun der Bio-Trend Europa überschwemmt und es z. Z. mehr Nachfrage als Ware gibt, sollte dann nicht der stets von den Kunden und Händlern nur wenig verstandene biologisch-dynamische Landbau die Situation nutzen, seine Besonderheiten gegenüber dem bloßen Bio-Anbau hervorzuheben? Denn stets fand ich nur Unverständnis bei Kunden und Händlern, was die Gründe für Bio-Dynamik anbelangte. Rudolf Steiner machte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich, daß die damalige Nahrungs- mittelqualität nicht ausreichen würde, dem Menschen die Kräfte zu geben, die er zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben brauchen würde. Deshalb wurde 1924 in Koberwitz durch den sogenannten Landwirtschaftlichen Kurs der Grundstein zur biologisch-dynamischen Wirtschaftweise gelegt. Die damalige konventionelle Landwirtschaft war gegenüber heute so gut wie Bio. Man verwandte kaum chemische Zusätze. Allerdings hatte man bereits mit der mineralischen Düngung begonnen. Aber das bedeutet unmißverständlich: Was sich heute "Bio" nennt, ist gewiß besser als alles Konventionelle, aber es reicht nicht aus. Bloß Bio zu sein ist nicht genug - damals wie heute. Deshalb wurde die biologisch-dynamische Methode entwickelt. Wer sich vor Giften und schädlichen Kräften in Nahrungsmitteln schützen will, der kommt mit bloßem "Bio" schon weiter, wer aber die Kräfte zur Bewältigung der gegenwärtigen Lebensanforderungen aus seiner Nahrung gewinnen möchte, der muß zu Demeter-Produkten übergehen. Und gerade die Kräfte, die man braucht, um sich ein spirituelles Weltbild aus dem Fundus der Anthroposophie zu erzeugen, können nur aus einer bewußten Ernährung durch biologisch-dynamische Nahrungsmittel gewonnen werden. Daher sollte man als Anthroposoph nach meiner Auffassung den gegenwärtigen Bio-Trend nutzen und schreiben:
Bio ist Megatrend 2007 -
demeter ist mehr als Bio
demeter ist
biologisch-dynamisch
Ich trug diese Dinge spontan im Studienkurs der Denkschule den Teilnehmern vor, und wir begannen ein Gespräch unter der Frage: Wie kann der Unterschied zwischen "Bio" und "biodynamisch" den unvorbereiteten Interessierten nahegebracht werden? Natürlich können einige von uns den Unterschied erklären, aber kann man das auch in kurzen knappen Sätzen tun? Was antworte ich, wenn mein Bio-Händler sagt "Hauptsache Bio!"? Spontan kamen wir zu der Idee, über die kosmischen Kräfte zu sprechen. Man müßte auf die Frage: "Was ist besser am biologisch-dynamischen Landbau?" antworten:
Der Bio-Anbau verzichtet lediglich auf chemische Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Das ist bei Demeter ebenso, mit dem Unterschied, daß dort zusätzlich die für den Menschen günstigste Mischung der kosmischen Lebens-Kräfte zu erzeugen versucht wird.
Auf die Frage nach den Lebens-Kräften könnte man sagen:
Die übersinnliche Forschung Rudolf Steiners hat Erkenntnisse darüber erbracht, wie die lebendige Materie des menschlichen Leibes aber auch die der Nahrungs-Pflanzen und -Tiere entsteht, welche Bilde-Kräfte wirken. Denn alles, was ist, besteht durch kosmische Kräfte, die mit den Planeten und Fixsternen zusammenhängen. Rudolf Steiner konnte übersinnlich schauen, welche Kräfte förderlich und welche hinderlich sind und daraus die Methode des biologisch-dynamischen Landbaus entwickeln, der mit diesen Kräften bewußt umgeht. Er sagte, der Mensch sei ein Mikrokosmos im Makrokosmos. Was im Kosmos Planeten auf ihren Bahnen sind, das findet sich im Menschen als seine Organe. Was draußen die Fixstern-Tierkreis-Welten sind, das bildet im Menschen die Körperteile und Funktionen. Will man den Menschen richtig ernähren, so muß man dafür sorgen, daß die kosmischen Kräfte ihre Arbeit im Menschen tun können.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe 7 (April 2007) der Zeitschrift
"ProSophia Beiträge zum Weltverständnis".
Die ProSophia wird nicht verkauft, sondern zunächst kostenlos abgegeben, allerdings in der Hoffnung, daß sich Menschen finden, welche diese Arbeit finanziell unterstützen wollen. Alle Beteiligten arbeiten ohne Honorar.
Wer die Möglichkeit hat, mehrere Exemplare der ProSophia zur Mitnahme auszulegen, z. B. im Bio-Laden, in der anthroposophischen Arztpraxis, in Waldorfschule oder -Kindergarten, der bestelle die entsprechende Anzahl bei uns. Wir liefern sie kostenlos, verbunden mit der erwähnten Hoffnung, daß zufriedene Leser bereit sind, die Finanzierung zu übernehmen.
Kontakt: Hans Bonneval,
Riester Straße 12,
29553 Bienenbüttel.
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