

NEU! Lieferung frei Haus. Gemüse, Salate, Kräuter ... Jetzt anmelden!
In unserer Gärtnerei werden mehr als 40 Gemüsesorten angebaut, z.B. Estragon:

Erfahren sie mehr über unser vielfältiges Angebot.
24.05.2008 von 14 - 18 Uhr
Maihofführung.
Woher stammt die Tomate ursprünglich?
Liebe Kunden,
In unserem Wirtschaftsleben ist es ja so, dass jedes Produkt, das irgendwo auf der Welt aus dem Regal genommen und gekauft wird, auch eine unausgesprochene Botschaft beinhaltet: "Bitte diese Ware nachproduzieren." So haben wir als Verbraucher mit jedem Einkauf einen enorm grossen Einfluss auf das, was in der Welt produziert wird und darauf wo und unter welchen Bedingungen es erzeugt wird.
Wir freuen uns darum besonders, dass Sie sich für unser Gemüse-Abo entschieden haben. Mit Ihrer Kaufentscheidung ermöglichen Sie unseren regionalen Demeter-Anbau.
Alles begann eigentlich 1977. Damals erhielt ich als Gärtnerlehrling den Impuls für die biologisch-dynamische Anbaurichtung. Der Regenwurm und das Leben im Boden hatten mich sehr beeindruckt. Ich wollte noch mehr über das Bodenleben und den Bioanbau erfahren. In dieser Zeit besuchte ich viele Biohöfe, verschlang Bücher über Bioanbau und bepflanzte nebenbei schon mal einen Bioversuchsgarten.
Als meine Frau Monika und ich unser erstes Kind bekamen wurde uns bewusst, dass wir nun eine grosse Verantwortung zu übernehmen hatten. Zunächst für das Essen unserer Kinder und für die Umwelt in der sie aufwachsen sollten. Ebenso war Verantwortung zu übernehmen für den uns anvertrauten Gemüsebaubetrieb. Ein fruchtbarer Boden sollte uns und auch den nach uns folgenden Generationen als gesunde Nahrungsgrundlage erhalten bleiben.
Unser gemeinsamer Entschluss war jetzt den biologischen Landbau zu wagen.
Nun ging es daran die Eltern, die damaligen Besitzer und Betriebsleiter, von unserer Idee zu überzeugen. Nach vielen langwierigen Gesprächen wurde dann endlich 1986 gemeinsam mit dem ersten Bio-Versuchsanbau begonnen. In dieser Zeit entschieden wir uns für den biologisch-dynamischen Demeter Anbau, denn er war am umfassendsten und bezog sehr viele Lebensbereiche (Waldorfschule, Gesundheit und sogar den Kosmos) in die Anbauweise mit ein.
Demeter Landbau war dadurch viel aufwändiger und vielseitiger als andere Anbauweisen. Aufgrund diese Entscheidung kamen dann auch bald Kühe in unsere bisher tierlose Gärtnerei. Sie sollten den für den biologisch- dynamischen Anbau so wichtigen Rinderdung erzeugen, denn es war unser Ziel, den benötigten Qualitätsdünger für den Gemüsebau mit Hilfe der Kühe bei uns selbst herzustellen.
Zur Verbesserung der Dünger-Qualität bauten wir 1994 einen großen Platz zur sauberen Kompostaufbereitung. Gepflegter, reifer Kompost aus Rinderdung und Pflanzenabfällen ist auch heute die Basis der Düngung in unserer Gärtnerei. Mit der Düngung machen wir den Boden lebendig und fruchtbar.
Die Regenwürmer im Gemüsebeet bekommen bei uns den guten Kompost als Nahrung. Damit gefüttert werden sie „rege“ und scheiden viel Wurmkot aus. Dieser ist sehr belebt und wird gerne von den Mikroorganismen aufgenommen, die wiederum Nährstoffe in lebendiger Form den Pflanzen für ihr Wachstum zur Verfügung stellen.
Gesunde Tiere - gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Menschen!
Mit guten Demeter Lebensmitteln können wir Gesundheit für Körper, Seele und Geist erreichen.So arbeiten wir schon seit 1986 biologisch-dynamisch in unserer Gemüsegärtnerei.
Um auch Sie und Ihre Familien direkt an den Erkenntnissen und Früchten unserer Arbeit teilhaben zu lassen, wurde das Gemüse-Abo als Lieferservice von uns begonnen. Mit dem Sannmann Gemüse-Abo möchten wir eine vertrauensvolle Verbindung zwischen Ihnen als bewusstem Verbraucher und uns als Demeter Gemüseanbauer schaffen. Sie persönlich kennenzulernen ist uns immer eine besondere Freude. Dazu veranstalten wir bei uns Hofführungen und Feste, auf denen wir Sie gerne begrüßen würden.
Mit herzlichen Grüßen
Thomas Sannmann
Kommentare
Sehr geehrte Herr Sannmann,
ich danke Ihnen für die offene Behandlung dieses Themas und
die Informationen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weihnachten und ein
erfolgreiches Jahr 2008!
mit freundlichen Grüßen,
Astrid Herbst
Geschrieben am 18.12.07, 06:23 Uhr
Sehr geehrte Frau Herbst,
Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Damals, 1990 wurden von der Umweltbehörde Hamburg in Moorfleet und Billbrook hohe Schadstoffbelastungen im Boden festgestellt. Vorsorglich verbot man zunächst den Verkauf von Gemüse aus Moorfleet. Daraufhin wurden sehr viele Flächen in den Vier- und Marschlanden auf Umweltschadstoffe intensiv und systematisch beprobt. Auch die Böden und Pflanzen im Ort Ochsenwerder in dem sich unser Bio-Hof befindet wurden untersucht.
So kann man sagen dass die Vier- u. Marschlande eines der bestuntersuchten Gebiete in Deutschland geworden ist. Auch heute noch werden regelmäßig Gemüse-Proben vom Institut für Umwelt u. Hygiene (Verbraucherschutzamt) in Hamburg in unserer Gärtnerei gezogen.
Im Ergebnis entdeckte man in Moorfleet, in der direkt neben dem Industriegebiet gelegenen Moorfleeter- Wanne die höchsten Bodenwerte von Dioxin, Arsen, Cadmium und Blei.
In Ochsenwerder und den anderen Ortsteilen der Vier- u. Marschlande waren nur geringe Werte festzustellen, die laut Umweltbehörde vergleichbar waren mit der allgemeinen Hintergrundbelastung, der wir in ganz Deutschland durch die überall gegenwärtige Industrie ausgesetzt sind.
So wie der Wüstenstaubder Sahara in München zu finden ist, werden die Schadstoffe durch Wind und Wetter auf der ganzen Welt verteilt. Am Südpol findet man z. B. das Pestizid DDT, das sich dort im Fett der Pinguine anreichert.
Bei der damals im Moorfleeter- Industriegebiet ansässigen Firma Boehringer wurden Pflanzengifte hergestellt die in Deutschland gar nicht mehr zulässig waren. Diese Substanzen, für die 3. Welt bestimmt (!), wurden teilweise lose auf dem Betriebsgelände gelagert und mit dem Wind verweht.
Die Leidtragenden dieser Vorgänge sind natürlich die Werksarbeiter und die Bauern, die Schäden tragen müssen, aber sie nicht zu verantworten haben.
Hier sind die großen Konzerne in die Pflicht zu nehmen und unsere ganze Gesellschaft ist gefordert um mit Bürgerinitiativen und politischen Mitteln so etwas sofort abzustellen.
(Seit damals ist ja auch zum Glück einiges in Hamburg geschehen!)
Nach der Schließung und Sanierung von Boehringer hat sich die Situation deutlich verbessert.
Allerdings sind die Böden in unserer Bio-Gärtnerei nicht naturrein, die Bodenwerte liegen laut der Umweltbehörde auf dem Niveau der allgemeinen deutschlandweiten Hintergrundbelastung.
Alle Probenergebnisse und deren Bewertung können Sie vom Amt für Verbraucherschutz bei der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz in Hamburg erfragen.
Da laufende Proben sehr teuer sind, vertrauen wir uns der Lebensmittelüberwachung des Instituts für Hygiene u. Umwelt in Hamburg an.
Bisher gab es bei uns keine Beanstandungen, bei Auffälligkeiten werden wir sofort reagieren.
Als erfreulich hat sich damals in der Moorfleeter-Wanne herausgestellt, das die Pflanzen, die in den Böden enthaltenen unerwünschten Stoffe nicht zwangsläufig in sich aufnehmen.
Es wurde wissenschaftlich erwiesen, dass die einzig wirksame Methode um Schadstoffe im Boden zu neutralisieren und aufzulösen mit der Hilfe der vielen Kleinstlebewesen, dem Bodenleben durchgeführt werden kann. Durch deren Aktivität werden die Molekülketten der Schadstoffe zerlegt und abgebaut.
Mit Humus versorgte und lebendige Böden helfen der Pflanze außerdem sich zu stärken. Solche Pflanzen nehmen die Schadstoffe nicht in sich auf.
Unser Betrieb unterliegt der regelmäßigen staatlichen Bio-Kontrolle und die Erzeugnisse werden zudem stichprobenweise vom Bundesverband Naturkost u. Naturwaren untersucht.
Aus Verantwortung für unsere Kinder und die nach uns folgenden Generationen sehen wir unsere Aufgabe als bio-dynamische Bauern darin, dass anvertraute Kulturland zu schützen, sorgfältig mit Kompost und Humus zu verbessern, damit es nachhaltig gesunde, uns Menschen stärkende Lebensmittel hervorbringt.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Sannmann
Geschrieben am 10.12.07, 21:56 Uhr
Sehr geehrter Herr Sannmann,
vor 15 Jahren lebte ich in Moorfleet und bekam die Auswirkungrn der Affi, der Dekontaminierung Boehringenr etc mit. Dioxine und Arsen, Cadmium nur zu nennen, machten es in Moorfleet unmöglich selbstangebautes Gemüse zu essen oder die Äpfel vom Baum.
Da sich Ihre Gärtnerei genau in der Gegend befindet und ich häufig von Ihrem Gemüse kaufe, möchte ich gerne wissen, wie sichergestellt wurde, dass diese persistenten Gifte nicht mehr in Ihrem Böden vorkommen. Gibt es Untersuchungen zu genau diesen Schadstoffen? Ich würde mich über eine Kopie dieser Nachweise sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen, Astrid Herbst
Geschrieben am 06.12.07, 11:37 Uhr