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19. Mai 2011

Bergedorfer Zeitung

Von Jule Monika Witt. Ochsenwerder. Die Demeter-Gärtnerei Sannmann aus Ochsenwerder setzt bei der Düngung auf ein neues Verfahren: Kompost wird verflüssigt, um ihn intensiver anwenden zu können.

Gut ist nicht gut genug, es geht immer noch besser: Nach diesem Motto verfährt die Demeter-Gärtnerei Sannmann seit 25 Jahren. Erst schaffte sich der Betrieb am Ochsenwerder Norderdeich 50 eine eigene Kuhherde an, um so hochwertigen Dünger für den biologisch-dynamischen Anbau zu gewinnen. Anschließend wurde die Kompostierung des Kuhdüngers kontinuierlich verbessert, um den Boden mit bestem lebendigen Reifkompost zu versorgen. „Nun möchten wir den Kompost noch intensiver anwenden, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern und ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge zu erhöhen“, sagt Gärtnermeister Thomas Sannmann. Die „Heilerde“ soll künftig in flüssiger Form über Pflanzen und Boden gesprüht werden.

Dafür ist allerdings eine Kompost-Extraktions-Anlage erforderlich. Ein kleiner Extrakter steht bereits in einem der Gewächshäuser. Für die Anwendung im großen Stil muss jedoch eine große Anlage angeschafft werden, „die 400 Liter Flüssigkeit fasst“, sagt Sannmann. Das Verfahren selbst ist recht einfach und ähnelt dem Teebeutel-Prinzip. Ein perforierter Behälter wird mit Komposterde befüllt, anschließend ins Wasserbad getaucht. Wie ein Whirlpool umsprudelt das Wasser den Kompostbehälter 24 Stunden lang und wäscht so Mikroorganismen und wertvolle Substanzen aus der Erde heraus. Das Ergebnis ist ein Kompost-Tee, „quasi eine verflüssigte Heilerde“, sagt der Demeter-Gärtner.

Der Kompostextrakt wird über Leitungssysteme in die Gewächshäuser und ins Freiland gepumpt und dort über die Beregnungsanlagen auf Pflanzen und Böden ausgebracht. Auf diese Weise lassen sich die wertvollen Inhaltsstoffe besser verteilen, „wir erreichen so jeden Bodenkrümel“, sagt Jens Giller, Kompost-Projektleiter in der Gärtnerei. „Es bildet sich ein Milieu, das die Pflanzen stärkt, widerstandsfähiger und somit weniger anfällig für Mehltau, Grauschimmel und andere Krankheiten macht.“ Auch in den USA, in Österreich und in der Schweiz werde das Kompost-Extraktions-Verfahren erfolgreich eingesetzt.