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24. März 2012

Kleine Frühlingsführung 2012

Am Samstag, den 24.03.2012 um 13.00 Uhr

Thomas Sannmann und Andrea Porps.

Sonne und milde Temperaturen zauberten Frühlingsstimmung herbei, als Thomas Sannmann seine Gäste zur ersten Führung dieses Jahres durch die Gärtnerei begrüßte.

Fast 200 Besucher waren der Einladung zum Saisonstart gefolgt und genossen das gute Wetter bei Bio-Kaffee und Kuchen im Garten am See oder kauften im neu renovierten Hofladen die ersten Radieschen, frischen Gemüse, Salate, Kräuter und Bio-Jungpflanzen für Garten und Balkon.Tipp: Anfang April gehören Setzlinge zunächst ins Früh- oder Mistbeet, weil die Nächte noch frostig sein können.

Frühlingsführung 2012.

Kurz nach 13 Uhr starteten gleichzeitig drei Führungen mit Thomas Sannmann, Markus Walkusch-Eylandt und Andrea Porps, die die kleinen Gäste unter ihre Fittiche nahm. Sie wollte den Kleinsten zeigen, „Was die Sonne schon in der Gärtnerei geweckt hat“. Auf zwei Anhängern fuhr der Trecker die Gäste zu den Gewächshäusern. Hier zeigte Thomas Sannmann das Kinderzimmer der Gärtnerei mit vielen hundert Feldsalat-Jungpflanzen, die auf ihren „Einsatz“ warten. Pro Jahr werden in der größten Demeter Gärtnerei Norddeutschlands 1,2 Millionen Pflanzen per Hand eingesetzt und geerntet.

Frühlingsführung 2012.

Eigentlich sollte es durchs Gewächshaus 5 weitergehen, doch die Gruppe wurde aufgehalten: Die feinen Wildsalate Beta, Agano, Mizuna Rübstiel, Wasabi und Picanto, die in langen Beeten saftig in vielen Grüntönen schillern, fand ein Reh so spannend, dass es durch die offene Tür ins Gewächshaus lief und sich satt fressen wollte. Als es sich durch die Besucher erschrak, flüchtete es geradewegs mitten durch eine Glasscheibe, die dabei in Stücke zersplitterte. „Rehe finden unsere Gemüse auch sehr lecker“, sagt Markus Walkusch-Eylandt. „Im Winter kriechen sie unter die Folientunnelwände, um an den Feldsalat zu kommen.“

Frühlingsführung 2012.

Thomas Sannmann führte deshalb seine Gruppe erst mal zu den Kühen. Die dreißigköpfige Mutterkuhherde steht noch im halb offenen Stall, bis auf den Wiesen das erste frische Grün sprießt. „Unsere Kühe haben alle noch ihre Hörner, weil sie sich damit wohler fühlen“, sagt der Gärtnermeister. In der konventionellen Landwirtschaft werden den Tieren die Hörner weggeätzt, weil sie zu eng in den Stallungen stehen und sich mit den Spitzen verletzten würden. „Die Enthornung ist ähnlich schmerzhaft, als würden uns die Fingernägel ausgerissen werden“, erklärt Sannmann. In der Demeter Gärtnerei haben die Hereford-Rinder die ehrenvolle Aufgabe, Mist zu produzieren. Wiederkäuer wie Kühe verdauen ganz intensiv – da werden alle Bestandteile der Nahrung wie Gras, Heu, Gemüse und Kräuter lange durchgearbeitet und die Tiere scheiden wertvollen Mist aus. Da die Herde auf Stroheinstreu gehalten wird, fällt keine Gülle an. Der feste Mist reift dann auf dem Kompostplatz monatelang in einem aufwendigen und hygienisierenden Kompostierungsverfahren zu wertvollem Humus heran. „Damit stärken wir unseren Boden und das gesunde Pflanzenwachstum“, sagt Sannmann.

Frühlingsführung 2012.

Unterdessen ist Andrea Porps mit der Kindergruppe im Tomatenhaus angekommen. Hier haben es die gepflanzten Tomatensorten angenehm warm. Andrea erzählt, wie wichtig die Hummeln, die in kleinen Papphäuschen zwischen den Pflanzen wohnen, für die Befruchtung der Tomatenblüten sind. Sie beißen herzhaft in die Blüten und bringen so die Pollen auf die Narbe. Weiter geht es in den kühleren Kräuterbereich. Andrea Porps hält ein Kräutersträußchen in die Höhe: „Wer weiß, was das für ein Kraut ist?“, fragt sie die Kinder. Petersilie vermuten die Meisten. Die Pädagogin lässt sie probieren – nein, nach Petersilie schmeckt der Koriander wirklich nicht. Am Ende des Gewächshauses hat Andrea für die Kinder eine Überraschung parat. „Ihr dürft hier schon Ostereier suchen“, sagt sie. Die „Eierchen“ sind rot und rund und heißen Radieschen. Mit Wonne erntet jeder eine dicke Handvoll des frischen Gemüses.

Im Gurkenhaus ist es sehr warm mit hoher Luftfeuchtigkeit – das lieben diese Pflanzen. „Wasser mögen Gurken wie auch Tomaten nur an den Füßen“, sagt Andrea Porps und zeigt den Kindern eine gelbe Gurkenblüte, hinter der schon ein Babygürkchen wächst. Zwischen den Gurkenreihen laufen die Heizungsrohre, die gleichzeitig als Schienen für die Erntewagen genutzt werden. Teilweise funktionieren die Wagen wie ein Lift, damit auch die Gurken in Dach-Nähe geerntet werden können. Gurken klettern nämlich an den Sisalbändern mehr als drei Meter in die Höhe. Über das Salatgewächshaus ging es zurück zum Hof, wo es im neuen Sannmann Hofladen mit Café auch leckeres Demeter Brot, Jungpflanzen, Kompost und Saatgut sowie die frischen Hof-Erzeugnisse zu kaufen gab.

 

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